Familiengeschichte

Der Stamm der Imfeld

Der vorliegende Stammbaum stellt die direkte Linie der Küfer-lmfeld aus den Genealogien dar, welche in den Obwaldner Geschichtsblättern 1997, Heft 21, publiziert wurden. Die Ergänzungstexte stammen auszugsweise ebenfalls aus dieser Quelle. Darin sind die Forschungsergebnisse von Karl Imfeld, Winterthur, zu den Imfeld von Lungern enthalten. Wegen den ergänzenden Texten erfolgt die Aufstellung gegen die Gewohnheit von oben nach unten.

Willi Imfeld (1951) Lungern, im Jahre 1998

Die Bevölkerung der Landschaft Hasli (Haslital) bestand grösstenteils aus freien Landleuten unter der Aufsicht der Stadt Bern. Bis zur Reformation kamen immer wieder Einwanderer aus den Nachbargebieten Sie konnten ohne grosse Schwierigkeiten Landleute werde. So ist das auch für das im 15. Jahrhundert im Haslital bekanntgewordene Geschlecht „am Feld" oder „Imfeld" anzunehmen.

Zusammenfassung unter Berücksichtigung der Forschungsergebnisse von Karl Imfeld, Winterthur, in den Obwaldner Geschichtsblättern, Heft 21 von 1997.


Alle bekannten Obwaldner-lmfeld haben ihren Ursprung in Lungern. Schon einige der frühesten Vertreter der Familie schienen neben ihrer Tätigkeit als Bauern auch politisch aktiv gewesen zu sein. Um 1525 zog Niklaus Imfeld, der spätere Landammann Niklaus Imfeld l. mit seiner Familie nach Sarnen ins Grundhaus, dem Stammhaus derSarner-Imfeld.

Der Familienname Imfeld wurde in Schriftstücken und Urkunden früherer Jahrhunderte auf jede mögliche Art und Weise geschrieben. Wie viele andere Familiennamen wurde auch jener der Imfeld vom Wohnsitz abgeleitet und stammt nicht aus dem Wallis, wie oft fälschlicherweise angenommen wird.

Die Haushofstätten in Obwalden waren damals mit einem Zaun umgeben. Mehrere solcher Hofstätten ergaben einen Weiler oder ein Dorf. Diese Siedlungen waren vom "Etter" umzäunt, der sie gegen die "Felder" abgrenzte, welche den äusseren Dorfbereich bildeten und nichtumzäunte Wiesen und Weiden waren, auf welchen das auf den Gütern gewinterte Vieh Weiderecht hatte.

Die Urkundsprache bezeichnete die Dorfbereiche "Dorf und Flur" mit "im dorf und im feld" oder "in dorf und in feld". Dies lässt vermuten, dass die ersten Glieder des Geschlechtes Imfeld abgelegen gewohnt haben dürften.

Der erste bekannte Imfeld erscheint in einer im Kloster Engelberg vorhandenen, lateinisch geschriebenen Urkunde vom 3. Oktober 1257 und wird dort "Heinrico im Prato" und "magister" genannt. Verschiedene namhafte Historiker und Chronisten kamen zum Schluss, dass es sich beim Namen "im Prato" um die latinisierte Form von "im Feld" handeln musste. Ein Magister war eine Art Minister oder Ammann.

Obwohl die Familienzugehörigkeit des Heinrico im Prato nicht bewiesen ist, darf davon ausgegangen werden, dass er als möglicher Vorfahre aller Obwaldner-lmfeld in Frage kommt.

Der Wegzug aus Lungern von Niklaus Imfeld l., Landammann, Hauptmann, Ritter und Landvogt, erfolgte in den zwanziger Jahren des 16. Jahrhunderts. 1531 wird er Richter in Sarnen. Massgebend für diesen Entschluss waren wohl die besseren Voraussetzungen für ein Weiterkommen in politischer und wirtschaftlicher Hinsicht. Dazu kam, dass seine erste Ehefrau, Wiberta von Einwil, das am Grund-Haus in Samen erbte, welches somit als Wohnsitz zur Verfügung stand. Niklaus Imfeld l. erwarb schon bald das Freiteilrecht und somit das Bürgerrecht von Samen.

Laut Staatsarchiv Obwalden existieren mehr als dreissig Imfeld-Wappen. Von den 15 Landammännern haben verschiedene ihr Wappen abgeändert. Ins Unterland gezogene Imfeld wollten teilweise ebenfalls ihre eigene Version des Familienwappens. Da kein Wappenstammbuch vorhanden ist, einigt man sich bei Unsicherheiten im allgemeinen auf das seit Generationen oder am häufigsten in der Verwandtschaft vorkommende Wappen.